Finn Juhls Privathaus ist ein Lehrbuchbeispiel seiner Projekte als Architekt und als Möbelentwerfer. Das Gebäude an der Kratveenget 15, nördlich von Kopenhagen wurde 1942 errichtet. Die 1'700 m2 grosse Parzelle grenzt an den Park bei Ordrupgaard.
Das Haus besteht aus zwei rechtwinklig zueinander stehenden Würfeln. Im einen Teil liegt das Wohnzimmer und ein kleines Zimmer. Im anderen befindet sich die Küche, das Esszimmer, das Schlafzimmer und das Badezimmer. Die zwei Teile werden durch eine Eingangshalle verbunden. Diese ist zum Garten offen.
Die zwei Teile werden durch eine Eingangshalle verbunden. Diese ist zum Garten offen.
Der Garten liess Finn Juhl vom Landschaftsarchitekten
Das Haus ist ein frühes Beispiel der offenen Räume. Obschon jeder Raum seine Funktion hat, schaffte es Finn Juhl, dass der Blick von einem Raum in zwei Andere stehts möglich ist. Zudem sieht der Bewohner aus jedem Zimmer in den prächtigen Garten.
Als Farbe für das Deckentäfer wählte Finn Juhl ein hellgelb. Dank dem vom Garten einfallenden Licht und der Reflektion an der hellgelben Decke, ähnelt die Stimmung eines von der Sonne beleuchteten Zeltdaches, das die Räume luftig erscheinen lässt. Die Wände sind aus Backstein und wurden mit einem weichen, grauweissen Farbton und matter Oberfläche verputzt.
Finn Juhl dachte in Räumen und plante seine Gebäude von innen nach aussen. Die Aussenwände dienten ihm als Begrenzung des Grundrisses. Die in der Fassade integrierten Fenster waren ihm aber wiederum sehr wichtig und dienten der Balance zum Mauerwerk.
Nach dem Tod von Finn Juhl, im Jahre 1989, verkaufte seine zweite Frau, Hanne Wilhelm Hansen, das gemeinsame Haus an Birgit Lyngbye Pedersen. Pedersen liess das Gesamtkunstwerk wieder herrichten und machte es der Öffentlichkeit zugänglich.
Birgit Lyngbye Pedersen: „Ich kann sagen, dass ich in der glücklichen Lage war, eine Synthese zwischen meinem grossen Interesse für Finn Juhls einzigartige Arbeit und meinen Finanzquellen zu verursachen. Die Nachkriegszeit, die das goldene Zeitalter des dänischen Entwurfs war, wird hier in Finn Juhl’s Haus perfekt dargestellt. Wir rühmen uns der Architektur und des Designs der Zeit, aber wir haben den urspünglichen Zustand kaum konserviert.“
ha-k Philipp Kuntze Haubensstrasse 18 CH-3672 Oberdiessbach