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Finn Juhl

Finn Juhl


Finn Juhl ist in der Designszene ein grosser Name. Seine Möbel waren zu jener Zeit stilbildend und haben den Erfolg dänischer Möbel auf dem internationalen Markt geprägt.

Sessel und Stühle von Finn Juhl, die er in den 1940er und 1950er Jahren entwarf, werden mit viel Handarbeit gefertigt. Eine Möbelindustrie gab es damals nicht in Dänemark. Finn Juhl fand im Schreinermeister Niels Vodder einen Partner, der ihn in der Entwicklung unterstützte. Der
Werkstoff Holz erlaubt freie Formen und unsichtbare Verbindungen und ermöglicht so die skulpturale Gestaltung von Möbeln. Finn Juhl verstand den Möbelentwurf als Kunst und distanzierte sich damit von der in Skandinavien vorherrschenden Tendenz, Möbel für alle mit
einer sozialen Verantwortung zu entwickeln. Mit seiner Vorliebe für organische Formen verlieh er dem modernen Möbel eine weiche Linie.

Er war der Erste, der das durch seine natürlichen Öle widerstandsfähige Teakholz für Innenraummöbel verwendete. Damals wurde im Rahmen des Pazifikkrieges auf den Philippinen grossräumig gerodet. Als Folge kam Teakholz zu günstigen Preisen auf den Markt.

Die Dänen nutzten diese Gelegenheit für den Möbelbau.

In Dänemark gab lange die englische Möbeltradition den Ton an und ging im 20. Jahrhundert unter dem Einfluss von Kaare Klint ihren eigenen Weg in die Moderne. Finn Juhl (1912–1989) hatte als Architekt die erforderliche Distanz zum Möbelentwurf, um diesem neue Impulse zu geben. Seine Lehrer an der Akademie waren Kaj Fisker und Vilhelm Lauritzen, die als Architekten auch die Räume einrichteten.

Als Mitarbeiter im Büro von Vilhelm Lauritzen war Finn Juhl an der Projektierung des Radiohauses (1934–1945) beteiligt, einem hoch gelobten Architekturdenkmal, das heute als Musikkonservatorium genutzt wird. In der Musik fand Finn Juhl denn auch seine Vorbilder
für eine differenzierte Formgestaltung und die Harmonie von Raum und Einrichtung. Seine zweite Frau Hanne Wilhelm Hansen stand einem bedeutenden Musikverlag vor.

1945 war ein Wendepunkt im Leben von Finn Juhl.

Mit 33 Jahren eröffnete er sein eigenes Atelier und wurde Lehrer an der Design-Schule «Skole
for Møbelinretning». Dort war er während zehn Jahren Hauptlehrer für Möbelentwurf und prägte
eine Generation von dänischen Möbelentwerfern und Innenarchitekten.

Nach 1945 sprechen seine Entwürfe von Sitzmöbeln und Tischen die verfeinerte Sprache der losgelösten Elemente. Tischblätter sind von den Beinen abgehoben, Sitze und Rücken von den Stuhlgestellen losgelöst. 1937 baute Finn Juhl sein eigenes Haus im Norden von Kopenhagen.

Entsprechend seiner Auffassung von Architektur plante er es von innen nach aussen. Er realisierte einen Grundriss mit Durchblicken von Raum zu Raum über die ganze Gebäudetiefe. Er lebte dort von 1942 bis zu seinem Tod und umgab sich mit seinen eigenen Möbelentwürfen.

Das Haus ist heute als Teil des Museums Ordrupgaard öffentlich zugänglich und vermittelt einen Eindruck seiner Wohnkultur der späten 1950er Jahre.

1951 erhielt Finn Juhl den Auftrag, im neuen Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York die Räume des Treuhandrates zu gestalten. Im Aufbruch zur Moderne wurden damals die Aufträge für die Innenräume an die skandinavischen Länder vergeben. Finn Juhls UN-Einrichtung wird
nun nach 60 Jahren renoviert und im Original wieder hergestellt. Die eigens dafür entworfenen Stühle werden zum Teil restauriert. Ergänzend für neue Sitzmöbel wurde ein Design-Wettbewerb ausgeschrieben, den das junge Team Kasper Salto und Thomas Sigsgaard gewann.

Die Möbel von Finn Juhl wurden von verschiedenen Produzenten hergestellt.

1950 gelang ihm der Sprung nach den USA. Er hatte Edgar Kaufmann, den Direktor des Museums of Modern Art in New York und Initiator des «Good Design-Programms» kennengelernt. Dieser machte Finn Juhl durch Publikationen und Ausstellungen bekannt.

Seine Möbel wurden nun in serieller Produktion in Amerika hergestellt und vertrieben. Damit war der Durchbruch des dänischen Designs in den USA erreicht. Es folgte eine eigentliche «Teak-Welle», auch in Europa. Durch die Massenware und die Kritik an der Übernutzung der Tropenhölzer litt vorübergehend das Interesse an den Möbeln von Finn Juhl.

Nach seinem Tod hat die Witwe die Herstellungsrechte an die dänische Firma Onecollection vergeben.

von Verena Huber, Raum und Wohnen

 

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